train to nowhere
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oh when I need you... you're always so far away...

Irgendwie werde ich diese leichte Melancholie nicht mehr los. Mal denk ich viel an Oli und was wir schon alles Schönes erlebt haben, und dann kommt auch die Sehnsucht hoch... Und mal ist mir das alles völlig egal. Weil er einfach zu weit weg ist. Ich rutsche wieder in diese völlige Gleichgültigkeit und schleppe mich nur noch so durchs Leben... und da ich diese Anzeichen nunmal leider gut kenne, versuche ich mich mit aller Kraft gegen diesen Sog zu wehren und mich nicht einfach treiben zu lassen. Oh Gott, werde ich erleichtert sein, wenn Oli endlich hier wohnt. Dann hat dieses ewige Hin und Her zwischen Liebe und Gleichgültigkeit, zwischen Sehnsucht und Verachtung endlich ein Ende... Und wenn nicht, dann weiß ich wenigstens woran ich bin.
Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit die uns bevorsteht, abgesehen von den Phasen in denen mir alles egal ist... Und es steigen seltsame Gedanken in mir auf, zu unwichtig um ihnen großartig Beachtung zu schenken, aber doch zu existent um nicht über sie sprechen zu wollen, um sie abzuhaken. Aber gerade mit den zwei Menschen, mit denen ich viel spreche, will ich nicht darüber reden. Ah ich fühl mich so leer. Ich will nicht mehr weiter in Sehnsucht leben. Ich möchte meine Sehnsüchte endlich mal ausleben! Nicht immer nur dran denken, was wäre wenn... oder anderen dabei zugucken wie sie ihre Sehnsüchte leben...
5.6.07 12:16


Ich überlege den Post wieder zu löschen^^

Ich fühl mich so elend irgendwie... ich weiß gar nicht wann ich das letzte Mal so hoffnungslos war. Und wie bin ich da bloß wieder reingerutscht? Hatte ich mir nicht geschworen nie NIE wieder nach ganz unten abzurutschen und zuzulassen, dass mich die Trauer und schließlich die Gefühllosigkeit zerfressen? Hab ich mir denn nicht die ganzen letzten Jahre eingeredet, dass ich so stark geworden bin, dass mich fast nichts mehr aus der Bahn werfen kann? Und jetzt habe ich nichtmal wirklich einen Grund mich so schlecht zu fühlen...

...but I'm so lonely I don't even wanna be with myself anymore...

Ich versuche es zu strukturieren. Ich bin nicht ganz unten, ganz und gar nicht. Aber es beunruhigt mich, dass mir gleich alles so hoffnungslos erscheint, obwohl im Grunde nichts passiert ist. Ich fühl mich zurückgewiesen. Von Oli, der mir gar nichts getan hat außer sich gerade mit Franzi zu treffen ohne es mir zu sagen. Aber ich fühlte mich ja schon vorher schlecht... aber er weist mich nicht zurück, er ist doch meine Insel der Akzeptanz, er ist doch derjenige, der mich immer wieder dazu bringt mich selbst zu akzeptieren, wenn der Hass und die Scham in mir kochen. Vermutlich weise ICH einfach wieder grundlos ihn und alles was mit ihm zusammenhängt zurück. Meine Freunde... tja. Wer ist schon hier? Die beiden, die ich sehen wollte, haben keine Zeit, aber die wichtigere Frage ist doch, warum will ich nichts mit den anderen unternehmen? Auch hier bin ich wohl wieder selbst die Zurückweisende... Und Jens, mit dem ich mittlerweile soviel Kontakt habe, redet nur noch von seiner neuen Flamme, in die er ja so verliebt ist und für die er einfach alles tut, egal wie schlecht sie ihn behandelt. Das ist immerhin auch ein kleiner Stich, weil er um mich nie so gekämpft hat - im Gegenteil. Zurückweisung ist das Zauberwort. Es geht nicht darum, dass ich noch was für ihn empfinden würde oder so ein Blödsinn, aber es ist die Tatsache, dass ich Zurückweisungen nicht vergessen kann, dass sie auch nach Jahren noch an mir nagen und es mit jeder neuen schlimmer wird.

Aber ich merke, dass es mir nach dem Schreiben etwas besser geht. Ich sehe bestätigt, was ich eigentlich schon vorher wusste - das Problem spielt sich wieder nur in meinem Kopf ab. Ich fühle mich alleine und ich ärgere mich, weil es immer ein wichtiges Anliegen von mir war, meinen Gefühlszustand nicht von der Zuneigung anderer Menschen abhängig zu machen. Aber wer kann seinen Gefühlszustand schon perfekt manipulieren?
7.6.07 22:20


Selbst auf die dunkelste Nacht folgt ein neuer Morgen

Ja, morgens sieht die Welt schon gleich ganz anders aus. Olis Stimme hat das Übrige dazu beigetragen, dass es mir besser geht. Und heute werd ich mal viele schöne Sachen machen, wie Kirschen vom Baum naschen und mir die Haare färben lassen und heut abend werd ich irgendwen anrufen und was unternehmen. Und irgendwann werd ich nochmal drüber nachdenken, warum zum Teufel ich so anfällig für nennen wir es mal depressive Verstimmungen bin und warum ich mich selbst immernoch nicht genug mag um mich zu schätzen, auch wenn es gerade niemand anderes tut. Und vielleicht schaffe ich es ja nächstes Mal, mich daran zu erinnern, dass die Situation nun wirklich nicht so schlimm ist, wie sie gerade erscheint, sondern dass ich mich nur wieder in etwas reinsteigere.
Ich glaube, das ist vielleicht einfach der schlimme Endspurt den ich noch durchmachen muss... Je näher der Zeitpunkt rückt, an dem Oli und ich endlich vereint sein werden, desto weniger halte ich es aus, die verbleibende Zeit noch ohne ihn zu verbringen. Es wird noch einiges an Kraft kosten, aber ich hoffe dass die Anstrenungen sich lohnen werden und wir dann das romantische Studentenpärchen werden, das er sich so wünscht^^
8.6.07 12:25


Simon

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll... Mittlerweile erscheint es mir so unwichtig, dass ich Freitag einen so schönen Abend mit den Mädels im Biergarten verbracht habe und nachher noch stundenlang mit Stefan, Peter, Arne und Jens um die Häuser gezogen bin, und wir soviel Spaß hatten... Und dass ich mich den ganzen Samstag lang auf den Abiball gefreut habe... bis der Anruf kam. Simon hatte einen tödlichen Autounfall. Und ich sitze hier und kann es gar nicht fassen. Und ich traue mich nicht, hier etwas über ihn zu schreiben, weil ich damit eh nichtmal ansatzweise ausdrücken könnte, was seine Persönlichkeit ausgemacht hat und warum ich ihn schrecklich vermissen werde, auch wenn wir zwei nie viel persönlichen Kontakt zueinander hatten. Er war ein wahnsinnig wichtiger Teil unserer Stufe und des größeren Freundeskreises und es ist glaub ich für uns alle unerträglich, dass er nicht wiederkommen wird.

Nachdem ich es gestern endlich geschafft hatte einzuschlafen, hat mich Anne B. dann noch wieder wachgeklingelt und war völlig fertig... und ich bin um 4 Uhr morgens wieder aufgestanden, hab mich angezogen und bin doch noch auf den Ball um mich mit Anne zu betrinken. Jetzt wo ich in Marburg bin, kann ich die ganze Sache irgendwie leichter verdrängen, weil es hier einfach gar keinen Bezug zu Simon gibt... aber gestern war es sehr hart. Diese furchtbaren Gespräche mit Imke, in denen wir uns nichts sagen konnten, weil nichts geholfen hätte... die Stunden alleine, in denen man versucht, nicht daran zu denken... und die geteilte Trauer mit den anderen zusammen, wodurch einem klar wird: Es ist wirklich passiert. Es ist kein blödes Missverständnis und auch keiner von Simons Witzen. Ich halts nicht aus. Und ich will mir gar nicht vorstellen wie es denen geht, die wirklich enge Freunde von ihm waren.
10.6.07 18:35


Herzenskälte

Was für ein Leben... unter der Woche stürze ich mich in Arbeit, und am WE werde ich mich exzessiv ins Feiern stürzen... und ich fühle mich mies, weil ich Simon so ausblende... weil mein Kopf einfach so tut, als wäre er nicht tot sondern einfach immernoch in Essen, in seinem neuen Leben, an seiner Schauspielschule, mit seinem ersten großen Vertrag in der Tasche... Ich hab zwar immerzu im Hinterkopf, dass er einen Unfall hatte, aber meine Gefühle sind einfach ausgeschaltet. Vielleicht weil ich ihn ne Weile nicht gesehen hab und mir nicht bewusst machen kann, dass er tot ist? Ich sitze nicht wie meine Freundinnen jeden abend zuhause und heule... ich vergrabe mich in Marburg und tue so als wäre nichts passiert. Die Beerdigung wird wohl nur im engsten Familienkreis stattfinden, aber für Sonntag ist eine Trauerfeier geplant... also werde ich wohl Sonntag noch nach Hause fahren und mich da nochmal mit allem auseinandersetzen und versuchen mich auf irgendeine Art und Weise von Simon zu verabschieden...

Oli und ich gehen uns irgendwie mehr oder weniger aus dem Weg... nicht unbedingt absichtlich, aber so genau kann ich das auch nicht sagen... er ist meist unterwegs, seine übliche Art mit emotionalem Stress umzugehen... und ich verschanze mich, weil ich auch irgendwie nicht mit ihm reden will. Ich weiß nicht ob ich wegen Simon so gefühlskalt bin oder ob einfach aus dieser Beziehung endgültig die Luft raus ist... nächstes Wochenende sehen wir uns auf dem Hurricane....ob wir überhaupt miteinander umgehen können? Ich hab das Gefühl wir vermeiden beide irgendwie den Kontakt.
14.6.07 22:17


Emotion Sickness

Die Trauerfeier hat im Filou [unserem Stadttheater] stattgefunden, und genau wie wir uns früher alle dort getroffen haben um Auftritte von Simon und anderen anzusehen, haben wir uns Sonntag zusammengefunden um uns an ihn zu erinnern und gemeinsam Abschied zu nehmen... Und als ich die ganzen Menschen gesehen hab, die wegen Simon da waren, hätte ich direkt losheulen können. Alles was ich in der letzten Woche in Marburg verdrängt hatte, ist auf mich eingestürzt.
Simons Bruder hatte einen Film zusammengeschnitten, aus vielen Fotos und Filmausschnitten von Simon und die meiste Zeit war ich [und wie ich es wahrgenommen habe, die anderen auch] ziemlich hin und her gerissen zwischen Weinen und Lachen. Wir werden ihn nie mehr wiedertreffen, nie mehr etwas mit ihm unternehmen, ihn nie mehr auf der Bühne sehen. Aber wir werden uns immer daran erinnern wieviel Spaß wir mit ihm hatten und welche schönen Zeiten wir verbracht haben... Und wir werden nie vergessen was er für ein toller, lustiger, talentierter und netter Mensch war. Derjenige, den wir bewundert und geliebt haben, den man immer gern dabei hatte, der uns immer und überall zum Lachen gebracht hat. Der bei jeder Gelegenheit einen Witz auf den Lippen hatte oder seine Gitarre genommen und mit uns gesungen hat. Er war so glücklich in seinem Leben und mit dem was er gemacht hat... das haben mir die Filmausschnitte und Fotos aus Essen gezeigt. Er war mit Leib und Seele Schauspieler, er hat gesagt, weil er so Kind bleiben könne und weil er tausend Leben leben kann... Es ist so unfair, dass ihm das passiert ist. Warum gerade ihm?! Nur die Besten sterben jung, heißt es doch... Und ich werde dich nie vergessen, Simon.

Nach der Trauerfeier haben wir alle noch ein paar Worte an Simon aufgeschrieben und mit Luftballons in den Himmel geschickt, was ich eine echt schöne Idee fand...

Es hat mir jedenfalls geholfen, nochmal Abschied zu nehmen und mit den anderen zu reden, die ihn auch gut kannten... aber in letzter Zeit war ich mit dem ganzen emotionalen Stress auch irgendwie echt überfordert... die Sache mit Simon, dann die Unsicherheit bezüglich Oli und mir... die dumme Idee, ihn damit zu belasten und dann Auseinandersetzungen die fast zur Trennung geführt hätten...

Jetzt reden wir wieder viel miteinander, klären einiges, aber andererseits fallen wir auch irgendwie in alte Zeiten zurück, wenn ich bedenke wieviel er momentan mit Sindy quatscht und sie anscheinend wieder an ihm hängt, oder wieviel Kontakt ich momentan zu Jens habe... Nur dass keine Gefühle mehr da sind. Nicht von mir für Jens, nicht von Oli für Sindy. Wir haben uns damals schon füreinander entschieden und werden es wohl auch wieder tun.

achja, die Campus Invasion in Marburg war ziemlich geil^^
18.6.07 21:54


This Is The End

Ich hatte überlegt, wieder ein Passwort einzurichten, aber was bringt das schon... Ich habe mich von Oli getrennt. Es kam ganz plötzlich... wir hatten vorher diese Streits und Unsicherheiten und dann hatten wir wieder lange Gespräche, neue Zuversicht kam auf, ich habe mich aufs Hurricane gefreut, darauf ihn wieder zu sehen... und dann war er da. Und ich habe nichts gefühlt. Den ersten Abend lang haben wir nur aneinander vorbeigelebt - er hat mal wieder den Clown für alle anderen gespielt, was mich eh schon meistens nervt, und ich habe gewartet ob er sich nach der langen Zeit die wir und nicht gesehen haben und nach den ganzen ernsten Gesprächen vielleicht mal zu mir setzen und sich nur mit mir unterhalten würde... Er sagt, er habe es aus Unsicherheit nicht getan, was auch sein mag, aber ändern tut es auch nichts. Vermutlich hätte es auch nichts mehr geändert, wenn wir stundenlang geredet hätten, wer weiß... vermutlich hätten wir wieder ein glückliches Wochenende verbracht und danach wären die Zweifel wieder aufgetaucht. Jetzt ist es vorbei und ich habe an dem Abend sehr viel geweint, aber jetzt geht es mir eigentlich soweit gut, weil ich weiß dass es richtig so war und weil ich erleichtert bin, dass ich ihn gerade nicht mehr leiden sehen muss und dabei so tun muss als wäre nichts passiert. Wie soll man auch mit jemandem umgehen von dem man sich gerade getrennt hat? Ich wollte weder total abweisend sein noch so nett dass er sich noch Hoffnungen macht... wir haben einfach weitergemacht als ob nichts wäre und diese paar Tage irgendwie noch genutzt um Abschied zu nehmen, ich weiß auch nicht, es war ziemlich strange...

Jetzt haben wir den Kontakt abgebrochen und auch wenn ich momentan nicht wirklich traurig bin, fühl ich mich schon irgendwie ziemlich leer. Es tut weh an die Zeit zu denken, die wir hatten, an den vielen Spaß und die vielen schönen Dinge, die wir erlebt haben... Und es tut auch irgendwie weh an die schöne Zukunft zu denken die wir in Marburg gehabt hätten und die ich uns beiden genommen habe. Aber was soll ich machen... In der Gegenwart musste ich diese Entscheidung treffen bzw. hat mein Herz sie für mich getroffen.

Ansonsten war das Festival ganz lustig, aber ich habe gerade wirklich keine Lust darüber zu schreiben... Wie konnte plötzlich alles so werden? Simon ist tot. Oliver ist aus meinem Leben verschwunden. Ich schaffs nicht zu lernen obwohl bald Klausuren sind und auch die Wohnungssuche erweist sich als ziemlich frustrierend. Ich bin nicht traurig, nicht verzweifelt und am Boden zerstört, mache mir keine Sorgen, habe keine Sehnsüchte. Ich bin nur noch ein apathischer Roboter ohne Gefühle.
27.6.07 18:26


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